Neues aus Peckeloh
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Jetzt geht es um die Wurst

Der Schreibwettbewerb von WILTMANN und VITAL geht in die achte Runde.

Zum inzwischen achten Mal haben wir gemeinsam mit der Zeitschrift VITAL im April 2020 zu einem Schreibwettbewerb aufgerufen. Die Aufgabe war es, eine Geschichte rund um einen (fiktiven) Zeitungsartikel über den Diebstahl von 250 Kilogramm Wurst zu kreieren. Wer steckt hinter dem Einbruch in die Metzgerei? Was passiert mit dem Diebesgut? Werden die Diebe am Ende verhaftet? Fünf Monate haben wir gespannt auf die Einsendungen der Leserinnen und Leser gewartet – und wir wurden nicht enttäuscht: Mehr als 100 kreative Hobby-Autorinnen und -Autoren aus dem deutschsprachigen Raum reichten ihre Beiträge ein.

Die Jury, bestehend aus der WILTMANN-Gesellschafterin und Literaturwissenschaftlerin Dr. Inga Ingold und der VITAL-Chefredakteurin Carolin Streck, las jeden Text, diskutierte angeregt und wählte schließlich die zehn besten Beiträge aus. Den ersten Platz sicherte sich Victoria von der Haar mit ihrer Geschichte „Esspapier“. Mit dem zweiten Platz wurde Anette Wicke für ihren Beitrag „Bodos letzter Schuss“ ausgezeichnet. Kalle Herges belegte mit „Wenn's um die Wurst geht: Ein Zipfelkrimi" Platz drei.

Aufgrund der andauernden Corona-Pandemie musste die für November 2020 geplante feierliche Preisverleihung in der Hamburger Heine-Villa leider entfallen. Stattdessen werden die Preisträgerinnen und Preisträger in diesem Jahr kontaktlos geehrt: Die Gewinne und die Urkunden haben wir im Vorfeld auf dem Postweg verschickt. Für die Plätze 1 bis 3 gab es als besondere Auszeichnung je eines der limitierten Steinguss-Objekte des Künstlers Otmar Alt – eine Trophäe in Form einer bunten Wurstblume. Die Plätze 4 bis 10 erhielten eine von Alt gestaltete Porzellanschale aus der Manufaktur Rosenthal. Anstatt die Gewinnertexte persönlich in Hamburg vorzutragen, haben die Preisträgerinnen und Preisträger ihre Beiträge in diesem Jahr als Podcast aufgenommen. Auch die Jury hat es sich nicht nehmen lassen, ihre Grußworte und die Einführung in das Thema auf die Tonspur zu bringen. Wenn Sie neugierig sind, welche Beiträge die Jury am meisten begeistert haben, dann klicken Sie einfach auf einen der nachfolgenden Links. Wir wünschen viel Vergnügen beim Zuhören!

Carolin Streck (Jury), Begrüßung

Dr. Inga Ingold (Jury), Einführung

Platz 1: Victoria von der Haar, Esspapier
In dem Artikel „Esspapier“ von Victoria von der Haar haben wir es mit einer sehr humorvollen und originellen Variante des Wurstdiebstahls und einer anschließenden Erpressung zu tun. Die „Pudding-Stadt“ Bielefeld wird zum „Salamisektor“. Augenzeugen des Diebstahls sprechen von nicht menschlichen Wesen als Tätern, und auch die sogenannte „Bielefeld-Verschwörung“ aus dem Jahr 1994 wird thematisiert, ebenso wie das „Krümelmonster-Gate“ (der Raub des goldenen Leibnitz-Kekses bei Bahlsen) in Hannover. Auch Corona-Pandemie und Hamsterkäufe finden Eingang in den Artikel der sogenannte Zeitschrift „Esspapier“, die in allen Einzelheiten über die Vorgänge und den Lösungsvorschlag des Oberbürgermeisters berichtet.

Platz 2: Anette Wicke, Bodos letzter Schuss 
Anette Wicke schildert in ihrer Geschichte „Bodos letzter Schuss“ den Strukturwandel im Metzgerhandwerk über vier Generationen. Der Metzger der dritten Generation steht vor dem finanziellen Ruin und lässt sein Leben und die Geschichte seiner Familie Revue passieren. Er reflektiert dabei die Erwartungen von Freundin, Freunden der Familie, Partnern und seine eigenen an das Leben selbst, das Spannungsverhältnis von Tradition und Fortschritt und die neu hinzugekommenen Herausforderungen durch Covid-19.
Auch Bettina Schneider und Chiara Lindauer widmen sich in ihren Beiträgen diesem Thema.
Der Salamiraub selbst stellt eigentlich nur eine Nebenhandlung dar, bedeutet aber den Wendepunkt der Erzählung.

Platz 3: Kalle Herges, Wenn's um die Wurst geht: Ein Zipfelkrimi
Der Zipfelkrimi von Kalle Herges „Wenn‘ um die Wurst geht“ gehört zum klassischen Genre des Polizei-/Detektivromans, allerdings einer besonders humorvollen und unterhaltsamen Variante mit vielen kreativen Wortschöpfungen voller Alliterationen (wie „Soko Wurst Watcher“, „Versmold-Peckeloh, dem ostwurstfälischen Mekka der Worldwide-Wurst-Fans“, „das Water-Wurst-Loo“ etc.). Anfangs werden bei der polizeilichen Ermittlung auch noch Verschwörungstheorien in Erwägung gezogen („Das war kein normaler Einbruch, kein Allerweltsdelikt, das war der Kampf T-Bone-Steak gegen Tofu, Gut gegen Böse.“). Gleichzeitig zeigt Herges Erzählung den erbitterten Wettstreit zwischen Zwillingsbrüdern, der eine Recht und Ordnung vertretender Hauptkommissar (Vitali Wilt), der andere eine Art Robin Hood, der es nach der Devise „Wurst für alle!“ Salamiteller regnen lässt (Wolfgang, i.e. Ede Wilt). Der Ausgang hat zwei Enden (nach dem Motto „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“).

Platz 4: Beate Cunz, Tatort Westfalia 
Im Beitrag von Beate Cunz, „Westfalia“, entpuppt sich der vermeintliche Salamidiebstahl in einer Bielefelder Metzgerei, bei dem zunächst klassisch ermittelt wird, nach und nach (sozusagen scheibchenweise!) als Dreh einer Tatortfolge. Eingefädelt wurde das Ganze von der aus Griechenland stammenden Frau des Metzgers in dritter Generation, der Regisseurin Ana Schwarz-Anagnostopoulou. Offen bleibt allerdings, ob es sich hier vorrangig um einen Marketing-Gag zur Promotion der neuen Salamisorte Westfalia-Emilia, um die coronabedingt schwierige Versorgung des Kreuzfahrtschiffes in Venedig mit Salami, den Dreh eines „Tatorts“ oder … handelt.
Durch entsprechende Schnitte an zwei Handlungsorten nimmt die Geschichte Fahrt auf und wirkt spannend und ironisch-vieldeutig.

Platz 5: Gaby Raths
Die Erzählung von Gaby Raths stellt eine originelle Verknüpfung einer Liebes- und Trennungsgeschichte mit einem Krimi dar.
Weil die Protagonistin ein heimliches Date mit ihrem Arbeitgeber, dem Bürgermeister, an einem einsamen Waldsee hat, werden die beiden Zeugen einer Straftat, des – wie sich am nächsten Tag herausstellt – Salamiraubs in einer Metzgerei. Dieses Erlebnis bildet den Höhepunkt des ständigen Versteckspiels als „Frau in der zweiten Reihe“ und löst den Wendepunkt aus. Die Erzählerin beendet das Verhältnis mit dem verheirateten Bürgermeister, nimmt Urlaub, kündigt und beginnt ein neues Leben.
Der Spannungsaufbau und die Schilderungen wirken sehr gelungen.

Platz 6: Helene Reinhardt, Antoines Geheimnis
Die Geschichte von Helene Reinhardt „Antoines Geheimnis“ ist sehr ansprechend. Sie ist in eine Rahmenhandlung eingebettet, gibt die Atmosphäre in einem kleinen französischen Dorf wieder und baut langsam Spannung auf.
Im (fiktiven) Dorf Alfaré verunglückt der Metzger kurz vor dem Wurst- bzw. Dorffest tödlich und nimmt – wie häufiger in den Beiträgen dieses Wettbewerbs – das wohlgehütete Salamirezept mit ins Grab. Freunde des Bürgermeisters finden einen (ungesetzlichen) Ausweg und retten somit das Fest und die Geschäftsleute des Dorfes vor dem finanziellen Ruin…
Auch hier scheinen die Diebe ungeschoren davonzukommen!

Platz 8: Daniela Sockol, Diebe stehlen 250 Kilo Wurst
Daniela Sockols Krimi gehört zum Themenkreis der Drogengeschichten (wie auch Petra Klein-Kahlerts und Marlies Knotts Erzählungen).
Ein (Gerichts-)Reporter schildert den Raub der Salamis, die für Drogenschmuggel genutzt werden sollen. Unter Führung des Witwers Hans Z., eines Bewunderers der Filme „Der Pate“ und „Scarface“, planen er und seine zwei Freunde die Tat akribisch. Nachdem sie die Drogen in Dänemark abgeholt und in den ausgehöhlten Würsten versteckt haben, werden sie kurz hinter der Grenze geschnappt. Nur Hans Z. kann entkommen – womöglich nach Spanien. Die Drei gehen in die Stadtgeschichte ein als „Die drei Paten von Bielefeld“. 
Die Kriminalgeschichte ist gut und spannend erzählt. Die polizeiliche Ermittlung läuft vorbildlich. Die Beurteilung der Straftat fällt – wie so oft in unseren Beiträgen – recht verständnisvoll und wohlwollend aus.

Platz 9: Daniela Wolf
In diesem Werk haben wir es mit einer einfallsreichen Variante des Salamidiebstahls zu tun: Die Täter hatten es eigentlich auf den Tresor der Kreissparkasse nebenan abgesehen (eine ähnliche Idee findet sich in der Geschichte von Evelyn Denz). Der findige Polizeioberkommissar stößt bei der Tatortbegehung auf verdächtige Spuren und schnappt die Einbrecher, als sie ein zweites Mal mit besserer Ausrüstung von der Metzgerei aus in die Bank einzudringen versuchen.
Wir haben es hier mit der klassischen Ermittlungsarbeit des Polizei-/Detektivromans à la Dorothy L. Sayers und George Simenon (Maigret-Romane) zu tun, bei der streng logisch deduziert wird.

Platz 10: Rita Hoffmann
Rita Hoffmanns kurzweilige (Kriminal-)Geschichte gehört zum Themenkreis der salamistehlenden Senioren (wie auch die Beiträge von Silke Pfrenziger und Natalie Mainz) oder der zum Salamiraub anstiftenden Senioren/Seniorinnen (wie die Beiträge von Dorothea Frommann-Roth und Gabriele Koch).
Drei Bewohner und der italienische Koch des Seniorenheims „Abendfrieden“ stehlen à la Ocean‘s Eleven 250 Kilogramm Wurst – zum einen aus Unzufriedenheit mit der Qualität des Aufschnitts im Heim, zum anderen aus Rache am Metzger, der dem einen die Frau ausgespannt hat. Die Polizei findet im Rahmen der klassischen Spurensicherung ein Indiz, eine Rollator-Seriennummer, die sie zum Seniorenheim führt. Wendepunkt: Zur großen Erleichterung der kriminellen Senioren hat der Koch die erbeuteten Salamis aber schon rechtzeitig bei einem Kollegen untergebracht und alle Beteiligten kommen ungestraft davon – eine Tendenz, die in vielen Geschichten unseres Wettbewerbs zu finden ist. „Mundraub“ (bei 250 kg!) gilt fast als Kavaliersdelikt.

 

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